2024 – JetztHochschullehre

Science Days

Pädagogik in außerschulischen Bildungsräumen

Seit über 17 Jahren nutzt die Pädagogische Hochschule (PH) Karlsruhe die Science Days im Europa-Park Rust, um ihr pädagogisches Konzept einer lebendigen MINT-Bildung zu verwirklichen. Das Projekt ist dabei mehr als nur ein Messestand: Es fungiert als ein außerschulischer Lernort, der den klassischen Rahmen des Klassenzimmers sprengt und Wissenschaft direkt in die Lebenswelt der Menschen bringt.

Die Philosophie: Wissenschaft dort, wo das Leben spielt

Das Projekt Science Days ist fest in die Lehre der PH Karlsruhe integriert. Studierende aus verschiedenen Seminaren erarbeiten gemeinsam Inhalte, die ein Ziel verfolgen: Wissenschaft begreifbar machen.

Durch die Verlagerung des Lernens an einen außerschulischen Ort wie den Europa-Park entstehen neue Dynamiken:

  • Selbstständige Erforschung: Besucherinnen und Besucher sind nicht länger Konsumenten, sondern Forscherinnen und Forscher. Sie setzen sich eigenständig mit Phänomenen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik auseinander.
  • Niederschwelliger Zugang: Komplexe Themen werden durch kreative und interaktive Exponate – etwa beim Bau von Katapulten, dem Entschlüsseln mathematischer Kartentricks oder dem Erforschen der Fibonacci-Zahlen in realen Objekten – erfahrbar gemacht.
  • Transfer in die Praxis: Die Lernumgebung bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre theoretischen didaktischen Konzepte in einem realen, fordernden Umfeld zu erproben und unmittelbares Feedback zu erhalten.

Außerschulische Bildungsräume als Kooperationsplattform

Ein wesentlicher Erfolg dieses Konzepts zeigt sich in der Vernetzung über die Hochschule hinaus. Der außerschulische Raum dient als Ort der Begegnung für verschiedene Altersgruppen und Bildungseinrichtungen.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die Gemeinschaftsschule Hohberg: Unter der Leitung von Alumnae entstand hier ein interaktiver Ausstellungsstand zum Thema Weltraum, der während seiner gesamten Entwicklungsphase eng mit den Studierenden der PH Karlsruhe diskutiert und erprobt wurde. Dies zeigt, wie aus einem akademischen Seminar heraus echte Synergien zwischen Schulen und Hochschule entstehen können – ein wichtiger Schritt, um MINT-Bildung nachhaltig im Bildungskanon zu verankern.

Warum das Projekt zukunftsweisend ist

Die Science Days beweisen, dass außerschulische Bildungsräume die Neugier wecken können, die in formalen Lernumgebungen manchmal zu kurz kommt. Ob es um die Simulation von Suchtmittelwirkungen durch spezielle Brillen oder das Erschaffen mathematischer Kunstwerke im Stile von Kandinsky geht: Die »Power«, die das Festivalmotto beschwört, liegt in der aktiven Teilhabe.

Für die PH Karlsruhe sind diese Tage ein essenzieller Bestandteil der Lehrerbildung. Die gesammelten Eindrücke und methodischen Erkenntnisse fließen in die weitere Gestaltung von Bildungsräumen ein, die über das Schulgebäude hinaus Bestand haben. Wir laden alle Interessierten ein, diesen Prozess aktiv mitzugestalten und bei den kommenden Science Days gemeinsam neue Bildungsräume zu erobern.